Was ist Karate

Kara = leer, nackt, unbewaffnet
te = Hand
do = Weg, Grundsatz, Pfad, Lehre, Methode, philosophisches Prinzip
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Das japanische Schriftzeichen (kanji) 

für “Karate” Japanisch: die Kunst des Fechtens mit der leeren Hand

Kara beschreibt, dass Karate-Do eine Kunst ist, durch die man sich ohne Waffen wehren kann. Im philosophischen Sinn verweist es darauf, dass sich der Karateka von allen egoistischen und selbstsüchtigen Gedanken “leer” machen muss, da er nur mit klarem Geist verstehen kann, was er empfängt.

Karate-Do ist die hohe Kunst des unbewaffneten Kampfes und ein ausgezeichnetes System zur Erlangung von überdurchschnittlicher Fitness und Körperbeherrschung. Es ist bestens geeignet, dem täglichen Stress entgegenzuwirken. Ein regelmässiges Training fördert die Gesundheit, die Geschmeidigkeit des Körpers und führt zu aktiv-positivem Denken. Hände, Füsse, Knie und Ellbogen entwickeln sich zu gefährlichen Waffen, mit denen man sich und andere in Notsituationen wirksam verteidigen kann.

Die inneren Werte lassen sich nur durch jahrelanges Training erfahren. Jeder gewinnt aus Karate-Do genau so viel, wie er an Zeit des Nachdenkens und für das körperliche Training aufwendet.

Karate-Do ist für alle geeignet, für Frauen, Männer und Kinder ab 6 Jahren. Das war eines der Hauptanliegen der Begründer. Die alten Meister legten grössten Wert auf die Erkenntnis, dass Karate-Do ein Weg ist, den Körper und Geist lebenslang zu schulen.

Das Training im traditionellen Shotokan Karate-Do besteht aus drei Teilen: Kihon, Kata und Kumite.

Im Karate-Do sind Kihon, Kata und Kumite gleich wichtig.

Kihon (Grundschule)

Der Anfänger in einem Karate Dojo beginnt zunächst mit der Grundschule. Sie umfasst zahlreiche Abwehren, Faust- und Fussstösse, wobei besonderen Wert auf einen korrekten Stand, auf Gleichgewicht und Atmung gelegt wird. Die Erlernung und Verbesserung der Techniken hat erste Priorität, um sie später in Kata und Kumite anzuwenden.

Kata (Formen)

Kata bedeutet Form oder Gestalt. In den Kampfkünsten steht der Begriff für eine genau festgelegte Serie von Techniken, in denen die Methoden und Kampfstrategien gegen einen Angreifer verschlüsselt sind.

Im traditionellen Shotokan Karate-Do des SKIF gibt es 26 verschiedene Katas. Für jede Prüfung, welche ein Schüler ablegt, muss er ein festgeschriebenes neues Kata können. Ein Schwarzgurt muss mindestens die ersten zehn Shotokan Katas beherrschen.

Nach einer gewissen Anzahl von Jahren sollte ein Karateka seine Studien auf die Bunkai (oder Kaisetsu) der einzelnen Katas ausweiten. Das bedeutet, dass die Katas aufgegliedert, analysiert und studiert werden. Ziel ist es, dass ein Karateka zusammen mit einem Partner demonstrieren kann, wozu die einzelnen Techniken der Katas eingesetzt werden können. Meist gibt es dabei mehrere Möglichkeiten.

Kumite (Kampf mit Partner)

Kumite ist die Umsetzung der im Kihon gelernten Techniken. Es gibt verschiedene Formen der Kumite, welche an das Trainingsniveau der Schüler angepasst werden. Die Kumitearten reichen von der einfachsten Kumite Form, dem Gohon Kumite (Fünfschritt-Partnerübung in Grundstellung) bis zum Jiyu Kumite (Freikampf). Dazwischen gibt es viele verschiedene Stufen, die den Schüler von der Grundform bis zum Freikampf begleiten.
Die Reihenfolge der Kampfformen, wie sie eingesetzt werden, um die Technik der Schüler zu verbessern, sieht wie folgt aus:

  • Gohon Kumite (Fünfschritt-Partnerübung in Grundstellung)
  • Sanbon Kumite (Dreischritt-Partnerübung in Grundstellung)
  • Kihon Ippon Kumite (Einschritt-Partnerübung in Grundstellung)
  • Jiyu Ippon Kumite (Einschritt-Partnerübung in Kampfstellung)
  • Okuri Ippon Kumite
  • Kaeshi Ippon Kumite
  • Jiyu Kumite (Freikampf)

Kinderkarate-Do

Einige Kinder entwickeln sich schneller als andere; jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden im Unterricht die körperlichen, mentalen und technischen Zielsetzungen individuell festgelegt und bewertet. Grundsätzlich bedeutet regelmässiges Karate-Do-Training mehr Selbstvertrauen

  • Bessere Konzentration und Reaktion
  • Koordinationsförderung
  • Verbesserung des Gleichgewichtssinns
  • Stärken der Orientierungsfähigkeit
  • Rhythmisierungsfähigkeit
  • Differenzierungsfähigkeit
  • Abbau von Aggressionen durch körperliche Anstrengung
  • Ausgewogene Kondition
  • Überdurchschnittliche Beweglichkeit

Karate was für Schläger?

Karate hat nichts mit den alten Klischees von Brutalität und dem Zertrümmern von Ziegelsteinen oder Brettern zu tun. Es ist auch keine geheime Schlagtechnik, die nur von Männern mit einer unbändigen Rohkraft und überdurchschnittlichen Körpermassen betrieben werden kann.
Zunächst einmal sollte geklärt werden, dass sogenannte Schläger recht schnell aus einem Dojo ( Übungsraum fürs Karate) verbannt werden. Bereits nach einigen Stunden, merkt der Meister, warum der Karateka ins Training kommt. Meist folgt ein klärendes Gespräch, fruchtet dies nicht, so wird dieser nicht weiter unterrichtet. Sollte ein Karateka sich wirklich einmal etwas zuschulden kommen lassen, wird sein Pass gesperrt, und er wird lebenslang keinen Unterricht mehr in einem Dojo erhalten. Die Regeln sind sehr streng und wichtig, schliesslich kann Mann/Frau, mit einem Griff oder Schlag jemanden sehr schwer verletzen. Die Devise für einen Karateka lautet immer: Nimm die Beine in die Hand, man darf sich nur im Notfall verteidigen, niemals angreifen!